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Sonntag, 30. September 2018

Mein September

Morgen ist der erste Oktober, Zeit für einen Monatsrückblick. Der September war chaotisch und wurde dominiert von einigen Grossereignissen. Die kleinen schönen Momente sind irgendwie untergegangen, sie waren zu flüchtig.


Gefroren (zum Glück nicht, aber wir hatten auch Unmengen an)
Der September begann auf Rügen. Wir haben dieses Jahr, urlaubsbedingt, die Karl May Festspiele verpasst und das fanden die Kinder sehr schade. Ich muss zugeben, ich bin kein großer Karl May Fan und hatte kein Bedürfnis Tickets für einen anderen Termin zu kaufen. Aber ich mag die Störtebecker Festspiele, die Bühne direkt am Bodden, Wolfgang Lippert als Sänger und das Feuerwerk am Schluss. Die Geschichten sind auch recht seicht und nicht jeder Witz ist gut, aber für mich macht die Atmosphäre den Unterschied. Und auch die Kinder waren begeistert und sind hinterher völlig ko ins Bett in der Jugendherberge gefallen. 


Gereist
Wenn wir schon auf Rügen waren, wollten wir nicht am nächsten Morgen gleich wieder zurück. Wir sind Richtung Steilküste gefahren und haben einen wunderschönen Spaziergang gemacht, durch den Wald mit Blick auf die Kreideküste. Vermutlich habt ihr es schon bemerkt, ich bin großer Rügen-Fan und so habe ich auch diesen Kurztrip sehr genossen.


Genäht
Ich war bei meinem zweiten Lillestoff Festival. Das erste war auch spannend und aufregend, aber trotz der vielen Menschen doch etwas einsam. Dieses Mal war, recht kurzfristig, noch eine Freundin mitgefahren und es war einfach nur schön. Wir hatten keine Nähplätze und ich hatte auch nicht damit gerechnet einen zu bekommen. Aber dieses Mal gab es noch welche und so konnten wir am Samstag sogar nähen. Ich hatte zwar nicht viel zugeschnitten, aber zumindest etwas und der Stoff aus dem Goodie Bag wurde auch gleich vernäht. Am Sonntag war ich dann im Hosen Workshop, sehr spannend und ich glaube ich habe tatsächlich eine tragbare Jeans fabriziert. Leider weigert sich meine Maschine ein Knopfloch zu nähen und so ist die Hose immer noch nicht ganz fertig. Nichts desto trotz ein einerseits anstrengendes, andererseits sehr produktives und inspirierendes Wochenende. 


Entdeckt
Meine Tochter war unterwegs und ich hatte meinem Sohn einen schönen Tag, nur wir zwei, versprochen. Er durfte entscheiden was wir machen und rechnete mit Zoo, Indoor Spielplatz, Kino, irgend so etwas. Aber so etwas wollte er alles nicht, was er wollte wusste er allerdings auch nicht. Ich habe ihm einen Hamburgführer in die Hand gedrückt, um ihn zu inspirieren. Und wieder einmal hat er mich verblüfft. Wir waren auf der Elbinsel Kaltehofe, hier wurde früher das Elbwasser gefiltert. Die dafür benötigten Becken und Schieberhäuschen stehen noch, zusätzlich gibt es ein Museum. Alles ist sehr schön gemacht und wirklich sehenswert, mein Sohn und ich waren sehr zufrieden und auch der später einsetzende Regen konnte unsere Stimmung nicht trüben. 


Gesehen 
Mit dem Herbst kam der Herbst. Viel Regen war es nicht, aber doch öfter mal ein spontaner Schauer, der uns einige Male wunderschöne Regenbögen bescherte. Ich liebe sie einfach und stehe mit offenem Mund und Blick nach oben im Regen um sie zu genießen. 


Gestaunt
Gestern wollte mein Sohn gerne mit mir ins Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, dort ist momentan eine Otto Waalkes Ausstellung. Ich wollte eigentlich lieber zur Stoffmesse und so haben wir beschlossen es zu verbinden. Zunächst Bus fahren, Bus fahren und Bus fahren, nach Schnelsen zur Stoffmesse. Das war unerfolgreich, was ich suchte fand ich nicht und es sprang mich auch nichts spontan an. Also zumindest finanziell ein erfolgreicher Besuch, gerade mal 3,90 Euro für ein Falzbein. 
Weiter ging es zum Museum. Ich hätte nicht das dringende Bedürfnis gehabt, die Ausstellung zu sehen. Natürlich kenne ich Otto, quasi schon immer, und einiges finde ich auch mal ganz lustig, aber mit vielen von seinen Witzen kann ich nichts anfangen. Nichtsdestotrotz war die Ausstellung sehr sehenswert. Während mein Sohn größtenteils vor den Bildschirmen stand um sich sämtlich Filme und Folgen der Otto-Shows anzusehen, zog es mich zu den Bildern. Mir war nicht bewusst, dass Otto so gut Malen kann. Die Bilder waren toll, manche  witzig, manche ernst, jedenfalls unheimlich vielseitig. Zwischendurch ein Blick zu meinem Sohn der laut glucksend vor einem Monitor stand. Manchmal macht es auch einfach Spaß zuzusehen, wie stark sich ein Kind, für was auch immer, begeistern kann. Sein Ferientaschengeld hat er für einen Stoffottifanten ausgegeben und vor dem Ausstellungsende im Februar will er noch mindestens einmal hin. 

Wer zwischendurch mal denkt, „huch hatte sie nicht auch eine Tochter, die kommt nie vor“, der hat natürlich Recht. Aber sie ist inzwischen in einem Alter wo sie ungern mitkommt und gerade jetzt im September war sie auch öfter anderweitig unterwegs, gerade dieses Wochenende zur Ferienfreizeit. Darum taucht sie hier einfach seltener auf.
Gelesen oder gehört, habe ich nichts was so gut war, das es hängen geblieben ist, vielleicht nächsten Monat wieder. Nun stehen uns erstmal drei Wochen Ferien bevor. Geplant ist wenig, wir schauen spontan mal worauf wir Lust haben. 

Donnerstag, 27. September 2018

Abschiedsgeschenk

Inzwischen gehe ich schon seit einigen Jahren freitags zum Linedance. Es ist eine ganz tolle Runde und wir haben auch eine ganz liebe Trainerin. Vor kurzem hat sie uns leider mitgeteilt, dass sie die Gruppe abgeben möchte und schon länger nach einem Ersatz sucht. Als wenn das nicht schon traurig genug wäre, ist morgen nun das vorerst (?) letzte Mal Tanzen, denn es hat sich leider kein neuer Trainer oder Trainerin gefunden.


Als kleines Dankeschön, und weil sie vergangene Woche auch noch Geburtstag hatte, wollte ich ihr gerne etwas schenken. Ich weiss, dass sie gerne häkelt und da hatte ich vor kurzem ein praktisches Utensilo entdeckt. Jedenfalls stelle ich es mir praktisch vor und habe darum beschlossen ihr eins zu nähen. Wie ihr bei meinen Projekttaschen schon gesehen habt versuche ich mich gerade im freien Schneiden. Jetzt habe ich den Teppichschnitt ausprobiert und dafür Farben verwendet von denen ich hoffe, dass sie unserer Trainerin gefallen. Erst wollte ich das ganze Utensilo so machen, aber dann wurde es mir tatsächlich zu bunt und ich habe überlegt womit ich es kombinieren kann.


Ich habe mich für Jeans entschieden, die Kombination gefällt mir immer sehr gut. Ich habe verschieden Jeanshosen verwendet und auch frei zugeschnitten. Beim Nähen war ich nicht überzeugt, ob die vielen verschiedenen Streifen am Ende nicht doch zu chaotisch werden, aber ich muss sagen das Endergebnis gefällt mir ausgesprochen gut und ich finde es auch stimmig. Sogar beim Henkel habe ich das Thema durchgezogen, oben zwei Jeansstoffe und unten den pink-bunten Rest der Aussentasche.


Der Boden ist nicht gepatscht, er besteht aus einem Stück Jeans und als Futterstoff habe ich einen lila-weiß gestreiften Blusenstoff verwendet. Weil mir der Jeansstoff schon sehr fest erschien habe ich nur mit Volumenvliess verstärkt, dadurch ist es recht weich, aber doch standfest. Der Henkel ist mit zwei Kamsnaps befestigt, dadurch kann man ihn auch gut aus dem Weg klappen. Die Fächer der Außentasche sind verschieden groß, für Häkelnadeln, Stricknadeln, Schere, Maßband und alles was man noch so gebrauchen könnte. 


Das Training morgen wird bestimmt seltsam, noch habe ich gar nicht realisiert das es wirklich das letzte Mal ist. Ich wünsche mir das wir nicht völlig auseinander fallen, sondern uns alle irgendwoanders weiter über den Weg laufen. Nun hoffe ich das mein Abschiedsgeschenk unserer Trainerin gefällt und sie es im besten Fall auch nutzen kann. 


Ich habe den Schnitt selber entdeckt und bekomme nichts dafür, nenne ihn aber trotzdem, darum ist dieser Beitrag Werbung. 
Stoff: Fundus und Upcycling
Gehört: „Herr aller Dinge“ von Andreas Eschbach

Donnerstag, 20. September 2018

Sommer ade

Heute war der letzte schöne Tag hier, ab morgen soll es deutlich kälter und nasser werden. Das nehme ich mal zum Anlass euch einen Hoodie zu zeigen den ich schon Anfang des Jahres genäht habe. Auch die Fotos sind zeitnah entstanden. Allerdings war ich mit ihnen nicht wirklich zufrieden und habe immer gedacht, ich mache nochmal neue, aber ich habe das Gefühl, das wird nichts mehr, darum zeige ich ihn nun endlich.


Ich hatte im Februar einen Termin, bei dem ich mich nicht schick machen wollte, aber trotzdem ordentlich und warm  angezogen sein. Die Hoodies in meinem Schrank haben ihre beste Zeit schon hinter sich und ich fluchte weil ich in der relativ kurzen Zeit bestimmt keinen neuen, der mir gefällt, mehr finden würde. Ja manchmal stehe ich auf dem Schlauch, aber zum Glück fiel der Groschen noch. Ich brauche gar keinen finden, ich kann mir einfach einen nach meinen Vorstellungen nähen. Ist es nicht einfach toll wenn man diese großartige Möglichkeit hat?


Den Schnitt von Leni Pepunkt hatte ich schon liegen und der schöne Schwalbenstoff war ein Rest von meinem Raglanshirt. Darum musste ich nur noch einen passenden unifarbenen Sweat finden und das ging ausnahmsweise schnell, dieser dunkelblau-melierte sprach mich gleich an. Der Hoodie war zügig genäht, nachdem ich den Schnitt in der Länge angepasst hatte. Leider war ich dabei etwas großzügig und darum ist der Pulli ein bisschen zu lang. Weil ich die Tasche schon aufgenäht hatte, war ein kürzen im Nachhinein schwierig und darum blieb er so. Beim nächsten Mal würde ich auf das absteppen des Saumbündchens verzichten, gerade im Bereich der Tasche wellt es sich stark. Nichtsdestotrotz ein Hoodie den ich im vergangenen Winter schon häufig getragen habe und der bestimmt auch bald wieder zum Einsatz kommt. 


Aus dem restlichen blauen Sweat habe ich gleich meinem Sohn noch einen Hoodie genäht, nachdem sein allererster zu dem Zeitpunkt ständig in der Wäsche war. Die Schwalben wollte er nicht, darum habe ich mit Petrol kombiniert und er hat sich noch einen Plott von Fusselfreies ausgesucht. Mal sehen ob die Hoodies noch passen, schön wäre es, aber ich fürchte wir könnten Pech haben, die langen Hosen konnte ich gerade komplett aussortieren. Er ist über den Sommer ein ordentliches Stück gewachsen. 


Ich habe die Schnitte und die Stoffe gekauft und bezahlt, da ich euch aber die Marken nenne, ist dieser Beitrag Werbung.
Schnitt: "Kapuziert" von Leni Pepunkt und "Mini Zoé & Fynn" von Muckelie
Stoff: Stoff & Stil
Plott: Fusselfreies

Dienstag, 18. September 2018

Aufholjagd


Ich habe es endlich geschafft mit dem 6-Köpfe - 12-Blöcke Quilt weiterzumachen. Der Juliblock hieß Zick Zack und die Anleitung gibt es bei Gesine von Allie and me. Zugeschnitten war der Block schon im August, aber weiter war ich nicht gekommen. Als ich dann zum Lillestoff Festival fuhr, habe ich die Teile eingesteckt. Ich hatte zwar keinen Nähplatz, aber wer weiß was das Wochenende bringt. Natürlich habe ich mich dann geärgert, weil ich nicht mehr zugeschnitten hatte, da ich spontan noch einen Nähplatz bekommen habe.


Aber zumindest diesen Block habe ich genäht, es ging wirklich einfach, man musste nur aufpassen, die farblich passenden Teile an die richtige Stelle zu nähen um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Wie ihr seht ist der Juli Gelb und Grün geworden. Die Stoffe kommen alle aus dem Fundus und der Restekiste, nur die kleinen grünen Fische (auf dem oberen Bild unten in der Mitte) habe ich gekauft. Ich habe sie in einem Stoffladen in München entdeckt und mir als Urlaubsmitbringsel gegönnt. Ich mag diese kleinen Erinnerungen. Farblich fügt sich die Reihe sehr schön an die bisherigen an, ich denke man kann erkennen in welche Richtung es gehen soll.


Ich hoffe ich komme demnächst auch mal dazu den August und September zu nähen, bevor der Oktober veröffentlicht wird. Aber es stehen auch noch ein paar andere Dinge auf der To-Sew-Liste. Zusätzlich hat bei 60 Grad Nord wieder das HerbstHandarbeitsbingo begonnen und natürlich möchte ich soviele Kreuze wie möglich machen. Die ersten Vier habe ich hiermit schon geschafft. Die Blöcke  bestehen aus vielen kleinen Teilen und sind definitiv bunt. Beim Lillestoff Festival war ich nicht nur mit anderen gemeinsam kreativ, sondern wir hatten dabei auch Kaffee, Tee, Kakao und Kuchen, auch wenn der Kuchen es nicht aufs Foto geschafft hat.


Anleitung: Allie and me
Stoffe: Fundus
Gehört: das Geklapper von unmengen Nähmaschinen

Mittwoch, 12. September 2018

12 von 12

Heute, am 12., machen wieder Blogger von überall her 12 Fotos von ihrem Tag. Gesammelt werden diese bei Caro von Draußen nur Kännchen! und natürlich bin ich gerne dabei.

Erstmal frühstücken ...

... und die Brotdosen der Kinder befüllen.

Es folgt die Runde mit dem Hund. Es ist eindeutig Herbst, kalt, grau, Nieselregen und der Boden voller Eicheln und Pilze.

Es geht an der Streuobstwiese vorbei. Kirschen und Pflaumen sind schon geerntet, nun gibt es Äpfel und dann kommen noch die Walnüsse.

Da ich etwas nähen möchte, muss ich zunächst die Sachen vom Lillestoff Festival ausräumen. Dieses ist meine Ausbeute an Stoffen, beide hatte ich letztes Jahr schon bewundert (obwohl sie so gar nicht in mein Beuteschema passen) und dieses Jahr gab es sie in der Restekiste. Da musste ich natürlich zugreifen.

Nach der ersten Nährunde hänge ich schnell die Wäsche auf, da es immer noch regnet, auf der Veranda.

Zum Mittag gibt es den Rest von gestern, Hühnersuppe.

Nachmittags mache ich mit der Jeans weiter, Taschen und Reissverschluss hatte ich beim Festival schon fertig bekommen und ich habe mir fest vorgenommen sie zügig fertig zu nähen. Dort hat die Zeit nicht gereicht, da ich sie zunächst geheftet hatte um zu sehen, ob es mit der Größe hinkommt. Heute Vormittag hatte ich die Schrittnaht und Seitennähte ordentlich geschlossen und jetzt soll der Bund dran. Vielleicht wäre ich heute sogar fertig geworden, wenn meine Maschine sich nicht geweigert hätte ein Knopfloch zu nähen. Leider weiss ich so gar nicht woran es liegt und muss daher einfach weiter probieren.

Zum Abendessen gibt es Kartoffelpfanne, schwedisch angehaucht, mit Gewürzgurken, Schinken und roten Beten. Ich habe hier mal die Zutaten fotografiert, das Endergebnis ist nicht wirklich fotogen, sehr rosa.

Auf dem Weg mit dem Hund nehme ich das Altglas mit und entsorge es im entsprechenden Container.

Und weil Mittwoch ist fahre ich noch zum Linedance. Als ich beim Vereinsheim ankomme, ist die Sonne schon fast untergegangen.

Radio höre ich inzwischen sehr selten, höchstens mal Nachrichten, sonst eher Podcasts oder Hörbücher. Aber mittwochs auf der Rückfahrt immer Deutschlandfunk, da gibt es Querköpfe. Es geht um Poetry Slam, Comedy und/oder Kabarett. Manchmal ist es nicht so meins, meistens ist es gut und manchmal sogar herausragend.

Nun ist es schon spät und ich werde gleich mal Richtung Bett wandern. Habt eine schöne Zeit.