Auch im Juli wollte ich wieder einen Spaziergang machen, weil aber sogar hier in Hamburg Sommer war, zum Glück nicht ganz so heiß wie in anderen Regionen, aber warm genug, zog es mich nicht ins Zentrum. Ich habe mal nach Alternativen geschaut und wurde mal wieder in obigem Buch fündig. Gesammelt werden alle Spaziergänge wieder bei Heikes Monatsspaziergängen.
Ich starte am U-Bahnhof Langenhorn Nord, momentan recht schwierig zu erreichen, weil teilweise Busersatzverkehr ist, aber zum Glück habe ich Zeit. Zunächst laufe ich an einem Graben entlang und ein paar Entenküken begleiten mich. Sowie ich stehen bleibe kommt die Mutter allerdings aus dem Wasser, sie scheinen füttern gewöhnt zu sein, da haben sie bei mir Pech.
Weiter geht’s, am Bornbach entlang, schön schattig hier.
Ich befinde ich mich im Diekmoor, hier ist eine interessante Kleingartensiedlung. In den 20er Jahren gehörte das Grundstück einem jüdischen Kaufmann, er erlaube den umliegenden Bewohnern Gemüse auf seinem Land anzubauen. Später musste der Kaufmann Hamburg verlassen, die Nazis bestanden auf einen ordentlichen Verein und machten sich selber zum Vorstand. Nach dem Krieg hätte der Kaufmann den Gärtnern das Land gerne verkauft, aber es war nicht genug Geld da und so wurde es von einer Liegenschaft gekauft, die es heute noch besitzt.
Der Bornach, hier überquere ich ihn und gehe in das angrenzende Wohngebiet.
Linkerhand befinden sich hauptsächlich Reihenhäuser, vor einem steht diese Kiste „zu verschenken“. Sehr interessante Mischung, die beiden rechts unten dürfen mit mir weiterziehen.
Ein paar Meter weiter steht das Reihenhaus in dem Helmut Schmidt lebte und auch Staatsbesuch empfing, aber von der Straße aus sind nur die Überwachungskameras zu sehen. Man kann es auch nicht besichtigen, aber auf der Seite der Helmut und Loki Schmidt Stiftung einen virtuellen Rundgang machen.
Ein paar Meter weiter stehe ich plötzlich im Wald und ein Hase läuft direkt auf mich zu.
Ein weiteres Wohngebiet, hier wurde das Gelände des ehemaligen Krankenhauses Ochsenzoll bebaut. Ich finde es wirklich gelungen, viele verschiedene Ein- und Mehrfamilienhäuser, mit breiten Grünstreifen an den Straßen und Anlagen zwischen den Häusern.
Einige Teile des Krankenhauses stehen noch, hier die Gedenkstätte für die Opfer des Euthanasie Programms. Über 3600 Menschen wurden von hier in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert, über 2400 von ihnen fanden dabei den Tod.
Vom ehemaligen Krankenhaus übrig ist auch noch das Veranstaltungshaus
und der alte Wasserturm.
Die sandigen Böden und Kiefern fühlen sich für mich immer etwas dänisch an.
Nun bin ich im Kiwittsmoor.
Hier gibt es ein schönes Naturbad und gar nicht voll.
Und wieder geht es durch eine Kleingartensiedlung, hier fand ich die Tür besonders nett.
Fachwerkhaus von 1877, es gehörte früher dem Storchenvater, der hier nicht nur Störche aufpäppelte, und ist heute ein Restaurant.
Noch ein Verschenkekasten, steht extra dran „Nicht tauschen! Nur rausnehmen!“, aber diesmal finde ich nichts interessantes.
Broder Heinrick Kirche
Was für ein schöner Weg mitten auf der Straße, rechts ist die eine Fahrbahn, links die andere und dazwischen ganz viel Platz zum gehen und sitzen.
Das letzte Teil des Weges bin ich durch die Fritz-Schumacher-Siedlung gegangen. In den 20er Jahren wurde hier möglichst schnell, möglichst viel Wohnraum geschaffen. Leider nicht wirklich durchdacht, es fehlte an Geschäften und anderer Infrastruktur, der Weg in die Stadt war weit und die Billigbauweise rächte sich schnell. So bildete sich bald eine Siedlergemeinschaft und setzte sich für Verbesserungen und mehr Mitspracherecht ein.
Und genau dort bin ich wieder am Bahnhof angekommen und mache mich auf den Heimweg.
Und auch wenn ich am Freibad nur vorbei gegangen bin, so kreuze ich doch für diesen schönen Sommertag bei Antetannis Bingo das Feld „Sommerliebe“ an.




















