Sonntag, 16. August 2026

Blankenese

 

Ich habe die letzte Ferienwoche für einen weiteren Spaziergang genutzt. Es war sonnig und warm, aber nicht unerträglich heiß. Ich starte am Bahnhof Blankenese, der älteste Hamburgs von 1867.


Zunächst geht es durch Goßlers Park, mit zugehörigem Haus, 1790 von einem englischen Kaufmann erbaut worden. 


Das ist das Dehmelhaus, erbaut von Ida und Richard Dehmel. Hier gingen Anfang des letzten Jahrhunderts viele bekannte Schriftsteller und Künstler ein und aus.


Bergab durch den Schinkels Park.


Hotel und Gasthaus Falkenthal, das gibt es hier schon seit 1882. Damals gab es eine eigene Brücke, wo die Ausflugsdampfer anlegten. 


Hier geht die Straße ganz besonders nah am Elbstrand entlang.


Das ist Uwe der steckt schon seit 1975 hier. Das Schiff sollte geborgen werden, brach dabei aber in drei Teile, die dann Richtung Ufer geschleppt wurden. Bug und Mittelschiff wurden abtransportiert und ausgeschlachtet. Das Heck blieb erstmal liegen, um die Schuldfrage zu klären und dann fehlte das Geld und nun bleibt es als Erinnerung. 


Blick über die Elbe. 


Füße abkühlen.


Hier kann man nicht immer langgehen, aber momentan hat auch die Elbe weniger Wasser, auch wenn es hier nicht so auffällt. 


Ich laufe noch etwas den Strandweg entlang um die Füße zu trocknen, bevor ich die Schuhe wieder anziehe. 


Und mich an den Anstieg mache. Die Gegend heißt nicht umsonst Treppenviertel.


Von weiter oben hat man einen schönen Blick und es kommt sogar gerade ein Containerschiff.


Ein Stückchen Weg ohne Stufen, die Elbterrassen.


Hier gibt es einige hübsche Häuschen.


Fast alle mit Elbblick und unbezahlbar.


Wieder treppabwärts zum Blankeneser Leuchtturm.


Hölzerner Seemann am Wegesrand.


Und wieder hoch, langsam reicht es auch, das Handy sagt 30 Stockwerke wären es insgesamt gewesen. Aber ich muss ja wieder zurück zum Bahnhof.


Kurz vorm Ziel komme ich noch an dieser Kirche am Marktplatz vorbei und dann ist der nächste Supermarkt meiner, weil mir auf einer der vielen Treppen das Trinken ausgegangen ist. 





Mittwoch, 12. August 2026

12 von 12

Heute ist der zwölfte August und darum gibt es hier wieder zwölf Fotos von meinem Tag. Wer mehr Informationen möchte oder auch die Bilder anderer Blogger sehen will, der schaut bei Caro von „Draußen nur Kännchen!“ vorbei. 


Der Paketbote reißt mich, viel zu früh aus dem Schlaf. Ich lungere noch eine ganze Zeit im Bett herum, bevor ich mich fertig mache und frühstücke. Beim Blumen gießen fällt mir ein, dass der zwölfte ist und ich mache meine erstes Bild. 


Schnell das Bett abgezogen, eine Maschine Wäsche angestellt und ab in die Bücherei. Lesestoff habe ich noch genug, aber ab nächster Woche muss ich wieder viel Auto fahren und so leihe ich zwei Hörbücher aus. 


Weiter geht es den Kohlensäurezylinder tauschen und ein bisschen was einkaufen. 


Da mein Sohn gerade nicht da ist, werden die gekauften Süßigkeiten gleich mal in der Schultüte verpackt, nächste Woche kommt er in die Oberstufe. 


Kurze Pause mit ein paar Gedichten und etwas Internet. 


Anfang der Ferien habe ich alle Schränke durch gesehen und unter anderem diverse Spiele aussortiert. Jetzt schaue ich, was zum Sozialkaufhaus geht und was ich anderswo verwenden kann. 


Gleiches gilt für die Kleidung, die aussortierte stelle ich nach und nach zum verkaufen ein. Der rot-blau gestreifte Pulli ist ganz schnell verkauft. Ich bin immer wieder erstaunt, was gut weg geht und was nicht. 


Zeit etwas zu essen.


Bett wieder frisch bezogen. Bin ganz stolz auf mich, normalerweise schiebe ich es auf, bis ich ins Bett gehe und ärgere mich dann, dass es noch nicht erledigt ist. 


Etwas lesen, das sieht nicht nur so dick aus, das hat auch noch ganz dünne Seiten, mehr als 1200. Man liest und liest und kommt kaum vorwärts. Auch jetzt schaffe ich nicht viel, erst klingelt das Telefon und anschließend bohrt der neue Nachbar diverses. Da gebe ich auf. 


Kurz darauf holt mich eine Freundin ab und wir fahren zu einer gemeinsamen Bekannten. Erst gibt es eine Kleinigkeit zu Essen.


Und dann wird Phase 10 gespielt. Wir sitzen draußen und bemerken, dass es etwas früher duster wird. Die Sonne können wir nicht sehen, aber das stört auch niemanden. 



Dienstag, 4. August 2026

Schlafenszeit


Mit meinem Sohn habe ich immer noch das Problem, das gekaufte Schlafanzüge nicht passen, Kindergrößen sind bauchfrei und die Erwachsenengrößen sind so groß, dass er sie verliert. Darum war es Zeit für ein paar neue Schlafanzüge. Da ihm bei Schlafanzügen das Aussehen völlig egal ist, habe ich in die Restekiste gegriffen. 



Ich habe gleich drei Stück genäht, aber das mit den Fotos hat nicht so geklappt, vom braunen Oberteil gibt es zum Beispiel keins. Zwei sind mehr so blau kombiniert mit schwarz-weiß und der dritte diverse Brauntöne, was halt da war. Der Delfinstoff war noch von einem Nachthemd übrig, aus den Schwarz-weißen Bögen hatte ich mir mal ein T-Shirt genäht und auch aus dem braunkarierten Hosenstoff. Kombiniert habe ich mit farblich halbwegs passenden Unis. 



Die Schnitte sind altbewährt, das Shirt aus dem Nähbuch für Teenies, das ist recht oversized, aber zum schlafen mag er das so. Die Hose war mal eine Leijara, aber ich habe sie nach seinen Vorlieben verbreitert und verlängert, so dass inzwischen vermutlich nur noch die Schrittnaht original ist. 

Er ist glücklich, die Schlafanzüge werden gerne getragen, ich bin glücklich, einen ordentlichen Schwung Reste weniger, win-win. 


Schnitt: Shirt aus „Lässige Styles für Kids nähen“, Hose Leijara von Minas Design
Stoff: Reste
Gehört: „Gehe hin, stelle einen Wächter“ von Harper Lee u.a.

Freitag, 31. Juli 2026

Mein Juli

 


Nun ist der Juli vorbei, wieder ein Monat, der für drei gereicht hätte. Irgendwie haben sich die meisten Aktivitäten hier dieses Jahr auf den Anfang der Ferien konzentriert und ich war gefühlt nur unterwegs. Von meinem Spaziergang in Langenhorn habe ich euch ja schon erzählt. In Barmstedt fand die European Square Dance Convention statt, etwa 1650 Tänzer aus ganz Europa, verteilt auf mehrere Hallen, das war unheimlich beeindruckend und hat viel Spaß gemacht. Mit den Kindern habe ich das Ende des Schuljahres dieses Mal bei Hagenbeck gefeiert. Da waren wir ewig nicht und es war richtig schön. 



Mit meiner Freundin habe ich mich in Bremen getroffen, wir sind durch die Stadt spaziert und hatten einen schönen Tag. Ausserdem hatte ich überlegt wieder nach Dänemark zu fahren, zum einkaufen. Das hätte ich vermutlich erst Ende der Ferien gemacht, aber dann wollte mein Sohn gerne mit und der hatte nur in der Woche Zeit, also fuhren wir nach Tønder, weil bis da das Deutschlandticket gilt. Viel Zug fahren, für kurz Dänemark, aber uns hat es Spaß gemacht. 



Mit meiner Tochter war ich ein paar Tage in Leipzig, eine richtig schöne Stadt, wir sind viel gelaufen und haben viel gesehen. Eigentlich kann ich nahezu alle Ecken empfehlen und abends waren wir völlig platt. 

In Hamburg war es natürlich auch schön und falls jemand noch Lust auf Kino hat, „Was haben wir gelacht“ kann ich sehr empfehlen, grossartiger Film. 



Bei den vielen Bahnfahrten sind dann doch wieder einige Bücher zusammengekommen. Die meisten konnten mich aber nicht völlig überzeugen. „Altes Leid“ und „Cold Case. Das letzte Bild“ waren ganz gute Krimis. „Ein weites Leben“ war ein Australienroman, aber trotz diverser Schicksalsschläge nicht ganz so flach, wie manch anderer. Die Gedichte von Dagrun Hintze mag ich und auch die in „Einvernehmlicher Sex“ waren wieder lesenswert. 

Dafür kamen diesmal sechzehn Hörbücher dazu und da waren einige wirkliche Gute dabei. In „Die Postkarte“ erzählt Anne Berest die Geschichte ihrer jüdischen Vorfahren. 

Stark beeindruckt hat mich „All die Farben, all das Licht“, über zwei Schwestern, von denen eine ihre Hör- und Sehkraft verliert. In „Amrum“ geht es um die letzten Kriegswochen auf der Insel. „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ haben alle anderen vermutlich schon gelesen, ich kann zustimmen, sie sind lesens- beziehungsweise hörenswert. 

Auch „Leuchtfeuer“ wird mir noch länger nachgehen, eine tragische Familiengeschichte. Genau wie „Ein simpler Eingriff“, eigentlich eine schöne Liebesgeschichte, aber eine der Hauptperson arbeitet in einer Klinik, wo Frauen am Gehirn operiert werden, um sie von psychischen Leiden zu befreien, schwer zu ertragen. 

„Für Polina“ war eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, hat mir sehr gut gefallen. In „Der Bademeister ohne Himmel“ passt die 15-jährige Hauptperson häufig auf ihren dementen Nachbarn auf. Ich fand es etwas unrealistisch, aber trotzdem eine schöne Geschichte. Und ein letztes Buch, das gefühlt schon alle gelesen haben, „Der Markisenmann“. Auch eine außergewöhnliche, nicht unbedingt realistische Familiengeschichte, aber sehr schön.


Nun beginnt der August, zunächst wird es stressig. Morgen bin ich als Pride Hero im Einsatz und bin von früh bis spät als Helfer beim Christopher Street Day. Nächste Woche muss ich arbeiten, aber danach habe ich noch ein paar Tage frei und hoffe auf den ein oder anderen Tagesausflug, ansonsten mache ich hier mit aussortieren und Chaos beseitigen weiter. Aber nun verlinke ich erstmal bei Birgitts Monatscollagen.

Dienstag, 28. Juli 2026

Mal was neues

Im Februar, kurz vor dem Nähcamp, saß ich krank zu Hause rum und hatte Langweile. Ganz schlechte Kombination, gleichzeitig erreichte mich ein Newsletter von Farbenmix mit Rabatten. Das Shirt Big Lady Fleur gefiel mir und vielleicht ist es auch an der Zeit mal eine neue Shirtform auszuprobieren. Also nicht lange überlegen, sondern schon gekauft und dann auch zeitnah gedruckt, zusammengeklebt und ausgeschnitten. 



Der Stoffverbrauch ist etwas höher, als bei meinem sonstigen Shirt und so musste ich erstmal Stoff kaufen, nicht so teuer, erstmal testen, wie es passt und ob es gefällt. Der hellblaue Stoff mit den winzigen Vögeln, war nicht ganz meine Farbe, gefiel mir aber und so wurde er auch gleich zugeschnitten. 



Das Nähen beim Nähcamp in Ratzeburg, geschah dann unter erschwerten Bedingungen, beim einpacken muss die Klappe der Unterfadenspule abgefallen sein, die sitzt sehr locker. Erst befürchtete ich, die Maschine näht dann gar nicht, aber das tat sie immerhin. Ich habe ein Stück Papier über das Loch geklebt, musste ich natürlich beim Fadenwechsel immer erneuern, aber ich konnte zumindest nähen. Ansonsten gab es auch keine Schwierigkeiten beim Nähen. 



Die Passform ist in Ordnung, vielleicht würde ich die Ärmel etwas weitermachen. Die Fotos sind letzte Woche in Leipzig entstanden, schon nach einiger Zeit des Tragens. Dort konnte ich das Shirt auch gleich auf seine Alltagstauglichkeit testen, die ist draußen nicht so hoch. Sowie eine Windbö kommt, steht man ziemlich im freien, da das Shirt schnell hochweht. Dummerweise hatten wir mehrere Böen und ich war oft am festhalten, meine Tochter hatte viel zu lachen. Fazit, er ein Shirt für Innenräume oder mit Jacke darüber.


Schnitt: Big Lady Fleur von Mialuna
Stoff: Tedox
Verlinkt: DvD, Creativsalat

Sonntag, 19. Juli 2026

Langenhorn


Auch im Juli wollte ich wieder einen Spaziergang machen, weil aber sogar hier in Hamburg Sommer war, zum Glück nicht ganz so heiß wie in anderen Regionen, aber warm genug, zog es mich nicht ins Zentrum. Ich habe mal nach Alternativen geschaut und wurde mal wieder in obigem Buch fündig. Gesammelt werden alle Spaziergänge wieder bei Heikes Monatsspaziergängen.


Ich starte am U-Bahnhof Langenhorn Nord, momentan recht schwierig zu erreichen, weil teilweise Busersatzverkehr ist, aber zum Glück habe ich Zeit. Zunächst laufe ich an einem Graben entlang und ein paar Entenküken begleiten mich. Sowie ich stehen bleibe kommt die Mutter allerdings aus dem Wasser, sie scheinen füttern gewöhnt zu sein, da haben sie bei mir Pech. 


Weiter geht’s, am Bornbach entlang, schön schattig hier.


Ich befinde ich mich im Diekmoor, hier ist eine interessante Kleingartensiedlung. In den 20er Jahren gehörte das Grundstück einem jüdischen Kaufmann, er erlaube den umliegenden Bewohnern Gemüse auf seinem Land anzubauen. Später musste der Kaufmann Hamburg verlassen, die Nazis bestanden auf einen ordentlichen Verein und machten sich selber zum Vorstand. Nach dem Krieg hätte der Kaufmann den Gärtnern das Land gerne verkauft, aber es war nicht genug Geld da und so wurde es von einer Liegenschaft gekauft, die es heute noch besitzt. 


Der Bornach, hier überquere ich ihn und gehe in das angrenzende Wohngebiet. 



Linkerhand befinden sich hauptsächlich Reihenhäuser, vor einem steht diese Kiste „zu verschenken“. Sehr interessante Mischung, die beiden rechts unten dürfen mit mir weiterziehen.
Ein paar Meter weiter steht das Reihenhaus in dem Helmut Schmidt lebte und auch Staatsbesuch empfing, aber von der Straße aus sind nur die Überwachungskameras zu sehen. Man kann es auch nicht besichtigen, aber auf der Seite der Helmut und Loki Schmidt Stiftung einen virtuellen Rundgang machen. 


Ein paar Meter weiter stehe ich plötzlich im Wald und ein Hase läuft direkt auf mich zu. 


Ein weiteres Wohngebiet, hier wurde das Gelände des ehemaligen Krankenhauses Ochsenzoll bebaut. Ich finde es wirklich gelungen, viele verschiedene Ein- und Mehrfamilienhäuser, mit breiten Grünstreifen an den Straßen und Anlagen zwischen den Häusern. 


Einige Teile des Krankenhauses stehen noch, hier die Gedenkstätte für die Opfer des Euthanasie Programms. Über 3600 Menschen wurden von hier in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert, über 2400 von ihnen fanden dabei den Tod. 


Vom ehemaligen Krankenhaus übrig ist auch noch das Veranstaltungshaus


und der alte Wasserturm.


Die sandigen Böden und Kiefern fühlen sich für mich immer etwas dänisch an. 


Nun bin ich im Kiwittsmoor.


Hier gibt es ein schönes Naturbad und gar nicht voll.


Und wieder geht es durch eine Kleingartensiedlung, hier fand ich die Tür besonders nett. 


Fachwerkhaus von 1877, es gehörte früher dem Storchenvater, der hier nicht nur Störche aufpäppelte, und ist heute ein Restaurant. 


Noch ein Verschenkekasten, steht extra dran „Nicht tauschen! Nur rausnehmen!“, aber diesmal finde ich nichts interessantes.


Broder Heinrick Kirche


Was für ein schöner Weg mitten auf der Straße, rechts ist die eine Fahrbahn, links die andere und dazwischen ganz viel Platz zum gehen und sitzen. 


Das letzte Teil des Weges bin ich durch die Fritz-Schumacher-Siedlung gegangen. In den 20er Jahren wurde hier möglichst schnell, möglichst viel Wohnraum geschaffen. Leider nicht wirklich durchdacht, es fehlte an Geschäften und anderer Infrastruktur, der Weg in die Stadt war weit und die Billigbauweise rächte sich schnell. So bildete sich bald eine Siedlergemeinschaft und setzte sich für Verbesserungen und mehr Mitspracherecht ein. 

Und genau dort bin ich wieder am Bahnhof angekommen und mache mich auf den Heimweg. 
Und auch wenn ich am Freibad nur vorbei gegangen bin, so kreuze ich doch für diesen schönen Sommertag bei Antetannis Bingo das Feld „Sommerliebe“ an.