Freitag, 7. Dezember 2018

Adventskalender-Herzen

Heute ist der siebte Dezember und damit mein Tag bei unserem Adventskalender. Wir, das sind 25 Frauen hier aus der Region und jeder hat 24 ähnliche Geschenke gemacht. Anschliessend haben wir uns zu einem leckeren Essen getroffen und getauscht, so dass nun jeder 24 unterschiedliche Päckchen hat.


Ich wusste schon sehr früh was ich nähen möchte und habe zum Glück auch rechtzeitig angefangen. Denn diese hübschen kleinen Mug Rugs von Allie & me sind nicht schnell genäht. Darum habe ich schon Ende September angefangen zwischendurch immer mal einen zu nähen.


Lange hatte ich überlegt welche Farben ich nehmen soll. Aber egal wie ich mich entschieden hätte, es hätte immer jemandem gefallen und jemand anders hätte es nicht schön gefunden. Darum habe ich beschlossen, einfach in die Stoffkiste zu greifen und diverse verschiedene zu nähen. Eigentlich sollte für jeden der richtige dabei sein, nur ob jeder auch das richtige Päckchen erwischt hat, lag nicht in meiner Hand.


Für die Rückseiten habe ich einige festere Stoffe genommen, die ich liegen hatte und die farblich ganz gut passten. Den Stoff mit den Briefmarken und den Stempeln hatte ich mal geschenkt bekommen und ich fand er passte hier sehr schön. Der braune Stoff scheint ein Hosenstoff zu sein, keine Ahnung wie der in die Kiste kam. Für einige habe ich einfach Jeans verwendet, das ist mir immer die liebste Kombination. Gefüttert habe ich sie mit Thermolam, dann machen auch heiße Getränke keine Schwierigkeiten.


Eigentlich wollte ich die Herzen am Schluss nochmal absteppen und damit auch die Wendeöffnung schließen. Aber dann fand ich die Herzen so schön und hätte die Naht als störend empfunden. Darum habe ich mich daran gemacht und die Wendeöffnungen mit der Hand geschlossen. Zwischendurch habe ich ganz schön geflucht und die Entscheidung bereut, aber als alle fertig gewesen sind, war ich froh. Sie sehen einfach hübscher aus ohne Naht.


Als es an das Verpacken ging hatte ich die nächste fragwürdige Idee. Ich habe Packpapier genommen, an drei Seiten zu genäht, das Herz hinein geschoben und die letzte Seite geschlossen. Die fertigen Päckchen gefielen mir, schnell war allerdings wieder anders. Aber ich bin noch rechtzeitig fertig geworden. Das überschüssige Papier habe ich mit der Zackenschere abgeschnitten und dann fehlte noch die Nummer. Da hatte ich im Internet mal Adventskalenderzahlen entdeckt, bei „Das verfuchste Klassenzimmer“, und habe sie mit einem Nordpol Poststempel kombiniert. Den gibt es bei "Grimmskram", allerdings habe ich nur einen Teil des Bildes verwendet. Einpacken ist sonst nicht meine Stärke, aber diese Päckchen finde ich wunderschön und sie sind auch gut angekommen, der Inhalt natürlich auch.


Und wer noch wissen möchte, was die anderen so gemacht haben, hier mal eine kleine Collage. Es gab bisher Pralinen, Bratapfelzucker, Kerzen, Plätzchen, einen Loop, Tee, eine Schneemannleuchte und Harissa. Und nun warte ich gespannt auf morgen früh. So ein Adventskalender ist schon was tolles.


Ich bekomme keinerlei Geld oder Vergünstigungen, trotzdem verlinke ich euch meine Quellen und darum ist dieser Post Werbung.
Anleitung: Allie & me
Stoff: Fundus

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Meine Jeans

Nun kommt endlich der Post, der häufig angekündigt wurde. Schon im Mai habe ich mir eine Karte für das Lillestoff Festival gesichert. Weil es zunächst keine Nähplätze mehr gab, habe ich mich für den Jeans Workshop angemeldet. Und ich hatte von Anfang an Respekt vor meiner eigenen Entscheidung. Aber eins wusste ich, wenn ich schon eine Jeans nähe, dann aber auch richtig, mit allem was dazu gehört.


Ende August habe ich dann den Schnitt und die Materialempfehlung bekommen und war Einkaufen. Einen Stoff mit dem richtigen Elasthananteil fand ich bei Stoff & Stil, auch die Farbe sagte mir zu und so wurde er, mit diversem Zubehör, gekauft. Am meisten Bammel hatte ich vor dem Zuschnitt. Nach dem genauen Vermessen erstmal die Fage, welche Größe? Zu klein wäre auch doof gewesen, darum habe ich mich dann für die 46 entschieden. Nächster Schritt war das verlängern der meisten Schnitteile. Endgültig zugeschnitten habe ich dann erst wenige Tage vor dem Workshop.


Schnitt und Workshop sind von „The couture“. Einige Teilnehmer haben auch andere Hosen genäht, aber soviel habe ich davon nicht mitbekommen, ich war stark mit mir und meiner Hose beschäftigt. Weil ich wegen der Größe so unsicher war, habe ich zunächst alles geheftet, um den Sitz zu überprüfen. Sie saß sehr gut, die Beine fand ich sehr eng, aber man hat mir versichert, das gehört so. Da ich hauptsächlich Bootcut-Jeans trage habe ich mich mal darauf verlassen. Also wieder auftrennen und ordentlich zusammen nähen.


Auf die Kappnähte habe ich verzichtet, eigentlich wollte ich die Innenbeinnaht noch Absteppen, aber das habe ich irgendwie vergessen. Schwierig fand ich das Nähen des Vorderteils mit dem Reißverschluss. Dummerweise ist mir beim Versäubern auch ein Loch hineingeraten. Es verschwindet fast völlig in der Nahtzugabe, aber etwas sieht man die Stelle leider. Als Vorder- und Hinterhose soweit fertig waren, war der Tag auch rum. Aber das schwierigste hatte ich damit geschafft.


Ich habe es dann tatsächlich geschaffft mich zu Hause zeitnah hinzusetzten und die Hose fertig zu nähen. Es tauchten keine größeren Probleme auf. Nur beim absteppen des Bundes wehrte sich die Nähmaschine. Der Unterfaden machte was er wollte, die Naht sollte man sich von innen keinesfalls genauer ansehen, zum Glück ist sie von außen hübsch. Dann fehlte nur noch das Knopfloch und damit wurde sie fast zum Ufo. Ich hatte schon Knopflöcher mit meiner Maschine genäht, aber nun weigerte sie sich, nichts ging. Ich glaube die Maschine sollte mal zur Inspektion, aber dafür war gerade keine Zeit.


Ich weiß das man auch ohne Knopflochautomatik ein Knopfloch nähen kann, aber mein erster Versuch war sehr unansehnlich. Und ich hatte Angst die Jeans im letzten Momemt noch zu versauen. Zum Nähbloggertreffen wollte ich die Hose aber unbedingt tragen und so habe ich sie einer Bekannten mitgegeben und sie hat mir ein Knopfloch genäht. Vielen Dank dafür. Der Knopf war dann zügig angebracht und endlich war sie fertig.


Inzwischen habe ich sie zwei Tage getragen, die Beine sind tatsächlich nicht zu eng. Durch das Tragen hat sich die Hose auch noch einen Tick geweitet. Für das Oberteil war das nicht optimal, das ist nun ein bisschen zu weit, aber mit Gürtel geht es. Und fürs nächste Mal weiß ich jetzt wo ich es ändern müsste. Insgesamt war ich erstaunt wie einfach das Nähen ging. Ganz einfach Schritt für Schritt, wie bei anderen Projekten auch. Eigentlich logisch, aber irgendwie fühlt es sich wie eine enorm große Aufgabe an, wenn man davor steht.


Und wer sich fragt wo die Farbe ist, ihr habt natürlich recht, als wenn ich irgendwas einfarbiges nähen würde. Als Taschenfutter habe ich die Reste von meiner PUHmphose verwendet. Für den Alltag sind die Taschen etwas klein, die müssen beim nächsten mal größer werden. Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr Stolz auf meine erste Jeans und ich hoffe ich schiebe die nächste nicht allzu lange vor mir her.

Ich erhalte keinerlei Vergütungen, trotzdem nenne ich ich Schnitthersteller und Bezugsquellen, darum ist dieser Post Werbung.
Schnitt: Skinnyjeans von „The couture“
Stoff: Stoff & Stil
Fotos: Holger Scheb (Heibchenweise)
Verlinkt: Me Made Mittwoch