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Sonntag, 19. Juli 2026

Langenhorn


Auch im Juli wollte ich wieder einen Spaziergang machen, weil aber sogar hier in Hamburg Sommer war, zum Glück nicht ganz so heiß wie in anderen Regionen, aber warm genug, zog es mich nicht ins Zentrum. Ich habe mal nach Alternativen geschaut und wurde mal wieder in obigem Buch fündig. Gesammelt werden alle Spaziergänge wieder bei Heikes Monatsspaziergängen.


Ich starte am U-Bahnhof Langenhorn Nord, momentan recht schwierig zu erreichen, weil teilweise Busersatzverkehr ist, aber zum Glück habe ich Zeit. Zunächst laufe ich an einem Graben entlang und ein paar Entenküken begleiten mich. Sowie ich stehen bleibe kommt die Mutter allerdings aus dem Wasser, sie scheinen füttern gewöhnt zu sein, da haben sie bei mir Pech. 


Weiter geht’s, am Bornbach entlang, schön schattig hier.


Ich befinde ich mich im Diekmoor, hier ist eine interessante Kleingartensiedlung. In den 20er Jahren gehörte das Grundstück einem jüdischen Kaufmann, er erlaube den umliegenden Bewohnern Gemüse auf seinem Land anzubauen. Später musste der Kaufmann Hamburg verlassen, die Nazis bestanden auf einen ordentlichen Verein und machten sich selber zum Vorstand. Nach dem Krieg hätte der Kaufmann den Gärtnern das Land gerne verkauft, aber es war nicht genug Geld da und so wurde es von einer Liegenschaft gekauft, die es heute noch besitzt. 


Der Bornach, hier überquere ich ihn und gehe in das angrenzende Wohngebiet. 



Linkerhand befinden sich hauptsächlich Reihenhäuser, vor einem steht diese Kiste „zu verschenken“. Sehr interessante Mischung, die beiden rechts unten dürfen mit mir weiterziehen.
Ein paar Meter weiter steht das Reihenhaus in dem Helmut Schmidt lebte und auch Staatsbesuch empfing, aber von der Straße aus sind nur die Überwachungskameras zu sehen. Man kann es auch nicht besichtigen, aber auf der Seite der Helmut und Loki Schmidt Stiftung einen virtuellen Rundgang machen. 


Ein paar Meter weiter stehe ich plötzlich im Wald und ein Hase läuft direkt auf mich zu. 


Ein weiteres Wohngebiet, hier wurde das Gelände des ehemaligen Krankenhauses Ochsenzoll bebaut. Ich finde es wirklich gelungen, viele verschiedene Ein- und Mehrfamilienhäuser, mit breiten Grünstreifen an den Straßen und Anlagen zwischen den Häusern. 


Einige Teile des Krankenhauses stehen noch, hier die Gedenkstätte für die Opfer des Euthanasie Programms. Über 3600 Menschen wurden von hier in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert, über 2400 von ihnen fanden dabei den Tod. 


Vom ehemaligen Krankenhaus übrig ist auch noch das Veranstaltungshaus


und der alte Wasserturm.


Die sandigen Böden und Kiefern fühlen sich für mich immer etwas dänisch an. 


Nun bin ich im Kiwittsmoor.


Hier gibt es ein schönes Naturbad und gar nicht voll.


Und wieder geht es durch eine Kleingartensiedlung, hier fand ich die Tür besonders nett. 


Fachwerkhaus von 1877, es gehörte früher dem Storchenvater, der hier nicht nur Störche aufpäppelte, und ist heute ein Restaurant. 


Noch ein Verschenkekasten, steht extra dran „Nicht tauschen! Nur rausnehmen!“, aber diesmal finde ich nichts interessantes.


Broder Heinrick Kirche


Was für ein schöner Weg mitten auf der Straße, rechts ist die eine Fahrbahn, links die andere und dazwischen ganz viel Platz zum gehen und sitzen. 


Das letzte Teil des Weges bin ich durch die Fritz-Schumacher-Siedlung gegangen. In den 20er Jahren wurde hier möglichst schnell, möglichst viel Wohnraum geschaffen. Leider nicht wirklich durchdacht, es fehlte an Geschäften und anderer Infrastruktur, der Weg in die Stadt war weit und die Billigbauweise rächte sich schnell. So bildete sich bald eine Siedlergemeinschaft und setzte sich für Verbesserungen und mehr Mitspracherecht ein. 

Und genau dort bin ich wieder am Bahnhof angekommen und mache mich auf den Heimweg. 
Und auch wenn ich am Freibad nur vorbei gegangen bin, so kreuze ich doch für diesen schönen Sommertag bei Antetannis Bingo das Feld „Sommerliebe“ an.








Dienstag, 30. Juni 2026

Mein Juni


Und schon ist der Juni wieder vorbei. Hier war die Hitzewelle nichts so lang, wie in vielen anderen Regionen, mir hat es aber absolut gereicht. Gerade an den heißen Tagen hatten wir zwei Schulabschlussfeiern, schön waren sie trotzdem. 

Von meinem Spaziergang an der Elbe habe ich euch schon erzählt. Direkt bei uns in der Straße war diesen Monat eine Wollmesse, für Wolle interessiere ich mich zwar kaum, aber wenn es schon mal so nah ist, sollte man es nutzen und es waren auch noch andere Dinge angekündigt. Ich fand es wirklich nett und ich hatte auch Glück, einer von den wenigen Stoffständen hatte genau, was ich brauchte. Dazu ein bisschen hübscher Schnick-Schnack, ich würde wieder hingehen. 



Letztes Wochenende fragte eine Freundin, ob ich spontan mitkommen würde zu „Der Norden singt“ und bevor ich über die Temperaturen oder irgendwelche Ausreden nachdenken konnte, habe ich lieber schnell zugesagt. Sonntag war es noch heiß, aber nicht unerträglich, im Schatten und mit etwas Wind ging es. Die Veranstaltung hat Spaß gemacht, auch wenn die Musikauswahl nicht meine war. Und obwohl hier absolut jeder singen durfte und nicht nur diejenigen, denen Gesang gegeben, kreuze ich trotzdem genau das bei Antetannis Bingo an.



Natürlich wurde im Juni auch gelesen, es wird wohl der letzte Bücherstapel in der Höhe sein, die Zeiten des Müßiggangs scheinen vorbei zu sein. Da das erste halbe Jahr geschafft ist, ziehe ich hier eine kurze Bilanz. In den vergangenen 181 Tagen habe ich 108 Bücher gelesen und 85 Bücher gehört, zusammen also 193 Bücher abgeschlossen, dass ist mehr als ein Buch pro Tag, wobei da auch sehr dünne Bändchen, Reiseführer oder auch mal ein Kochbuch dabei waren. 

Im Juni konnte mich „Where sleeping girls lie“ mitreißen, mal wieder ein Jugendbuch, aber tolle Charaktere und spannendes Setting. „Love me tender“ dagegen war eine sehr erschreckende, wahre Lebensgeschichte. 

Die Gedichte von Dagrun Hintze habe ich im vorbeigehen einfach mitgenommen und war richtig begeistert, total menschlich und gut verständlich, da brauche ich unbedingt mehr von. 

In „The impossible journey“ will der Autor alle Länder der Welt bereisen, ohne zu fliegen, zwischendurch kommt dann auch Corona. Spannend, aber leider nicht so schön erzählt. 

„Tobie Lolness“ ist der zweite Band, der erste war schon im Mai, beide zusammen bilden eine ganz zauberhafte Fantasygeschichte. 

Oliver Sacks kannte ich bisher nicht, er muss ein beeindruckender Mann gewesen sein, seine Lebensgeschichte ist jedenfalls sehr lesenswert. 

Über „Fourth Wing. Flammengeküsst“ würde ich gerne was schlechtes sagen, ich mag so gehypte Bücher nicht, aber trotz vieler Kleinigkeiten die mich stören, ist es einfach richtig gut. 

„Bright young women“ fand ich auch faszinierend, leider war das Ende etwas zu kurz und unbefriedigend.

Und der große Backstein ganz unten „Street Art is female“ war voller toller Bilder und ich habe viele, für mich, neue Künstlerinnen kennengelernt.


Dazu kamen zwölf Hörbücher. Die fantastische Geschichte des entflohenen Sklavenjungen „Washington Black“ hat mir gut gefallen. In „Second Class Citizen“ erzählt die Autorin von ihrem Leben, erst in Nigeria, später in England. Sie ist gerade erst 25 Jahre alt, als das Buch endet und schon so viel ererbt. 

In „Issa“ werden gleich die Geschichten mehrerer Generationen erzählt, auch sehr lesens-, beziehungsweise hörenswert. „Paradise Garden“ hat mich sehr mitgenommen, nur zum Schluss war es mir etwas zu unrealistisch. Und die Krimis von Sven Stricker sind immer hörenswert, da habe ich nun alle durch und muss warten, dass der nächste irgendwann erscheint. 


Und damit geht der Juni zu Ende, gerade genieße ich den Regen und hoffe, das die Temperatur hier drinnen noch weiter runtergehen. Drei Tage Schule sind noch, dann sind Ferien. Die Wochenenden sind schon gut verplant, ich werde euch spätestens am Ende des Monats davon berichten. Jetzt verlinke ich erstmal bei Birgitts Monatscollagen.





Montag, 29. Juni 2026

2. Zeigetag

Und schon ist wieder ein Vierteljahr vorbei, Zeit einem Blick auf das Bingofeld von Antetanni zu werfen. Die Zusammenfassung vom ersten Quartal findet ihr hier. Und nun schauen wir mal was dazugekommen ist, das zweite Quartal war grün.




Teiggeschichten: Mein Beutel für Ausstechförmchen

Upcycling: Osternähereien

Geburtstag: Umschlag für Gutschein

Gartenglück oder Draußen: Spaziergang im Park Sanssouci

Das ist für mich: Jeans

Tierisch: T-Shirt mit Eulen

Unterwegs: Stadtpark Spaziergang

Advent: Weihnachtliches T-Shirt

Marmelade zum Frühstück: Brotkörbe

Mein Freund der Fehler: T-Shirt Fail

100%: Ausflug zum Teufelsberg

Zum Schutz von … habe ich…: Mikrowellen Schale

Ich bleib entspannt: Gewittertasche

Glück gehabt: Pünktchen T-Shirt


Auch dieses Mal habe ich wieder einen Joker genutzt und das Feld „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Dazu fällt mir gerade nichts ein. Im Sommer esse ich sehr gerne Tomatensalat mit Spiegeleiern und Parmesan, eigentlich eine ganz simple Kombination, aber so lecker. 

Und damit habe ich drei Bingos geschafft, nun mal schauen wie es im dritten Quartal weitergeht, für einige Felder habe ich schon eine Idee. 

Montag, 15. Juni 2026

Magisch

 


Bei einem meiner ersten Tedox Besuche, fiel mir dieser Magische Stoff ins Auge. Die Eulen, Wappen und Besen fand ich einfach zu schön und so habe ich ihn spontan gekauft. Auf seine Verarbeitung musste er nun etwas warten, aber beim letzten Nähcamp war es endlich soweit. 



Der Schnitt ist wieder aus dem Klimpergrossbuch, den hatte ich dort ausprobiert und für gut befunden. Ansonsten war es schnell genäht, ohne irgendwelche Besonderheiten. Die Fotos haben wir gemacht, als ich mit meinem Sohn kreuz und quer durch Hamburg gezogen bin, auf der Suche nach einem Anzug. Hier ging es zwischen Altona und Hafen eine Treppe den Elbhang hinunter.




Bei Antetannis Bingo kreuze ich, für all die Eulen, das Feld „Tierisch“ an und habe damit ein zweites Bingo.


Stoff: Tedox
Schnitt: Raglanshirt Klimpergross

Freitag, 29. Mai 2026

Teufelsberg

Eine Fotoflut habe ich noch für euch, ich habe Dutzende gemacht, aber keine Angst, hier sind nur ein paar Ausgewählte. An Himmelfahrt mussten wir von Potsdam wieder zurück nach Hamburg fahren, aber um den Kurztrip noch etwas zu verlängern suchten wir ein interessantes Ziel auf dem Rückweg. Erst waren wir recht planlos, aber dann fiel mir ein, dass ich seit Jahren zum Teufelsberg will und glücklicherweise liegt er im Westen von Berlin und somit halbwegs auf unserer Route. Auf geht’s. 



Da erst um 11 Uhr geöffnet wird, parken wir schon auf dem ersten Parkplatz und laufen Richtung Teufelsberg. Man könnte einfach unten den Weg lang laufen, aber mein Sohn besteht auf einen Umweg über den Drachenberg. Von hier aus hat man den ersten schönen Blick über Berlin und auf unser Ziel.



Der Teufelsberg entstand nach dem zweiten Weltkrieg und besteht größtenteils aus Trümmern.



Ende der 50er Jahre haben die USA eine Abhörstation darauf gebaut, die auch die nächsten Jahrzehnte genutzt wurde. 



Heute ist es ein riesiger Lost Place, mit verschiedenen Ausstellungen, unter anderem über den Krieg oder die Besatzungszeit. 



Und, zu meiner großen Begeisterung, eine riesige Streetart Gallery. Nicht nur außen, auch innen stehen überall Wände und alles ist voller genialer Bilder.















Ein Stockwerk voller Graffiti nach dem anderen und irgendwann steht man auf dem Dach, neben diesen beeindruckenden Kuppeln und hat auch noch einen schönen Blick. 







Es gibt auch einige Autos und einen Panzer aus der Besatzungszeit, in die man sich sogar hineinsetzen kann.






Wir umrunden den Gebäudekomplex, um auch wirklich alles zu sehen, während es mal wieder immer finsterer wird. 





Wir haben gerade alles gesehen, als der Regen startet und zwar ordentlich. Wir stellen uns noch etwas unter, werden dann aber doch auf dem Weg zum Auto klatschnass. 



Aber da stört es mich auch nicht mehr, ich fahre sehr glücklich nach Hause. Der Teufelsberg ist genau meins, ich bin völlig geflasht und froh diesen Umweg gemacht zu haben. Würde ich in Berlin wohnen, hätte ich bestimmt eine Jahreskarte. 



Auch diesen, kurzen, aber vollen Rundgang verlinke ich bei Heikes Monatsspaziergängen. Und weil dieser Ausflug 100 Prozent meins war, kreuze ich genau das bei Antetannis Bingo an.