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Mittwoch, 6. März 2024

Für Anlässe

Im letzten Sommer hatte ich mir ein langes Kleid genäht, ganz lang, so wie ich es nicht kaufen kann. Eigentlich war es ein Probestoff, aber da mir das Ergebnis so gut gefiel, wurde es gleich ausgeführt. Der Schnitt ist eigentlich ein kürzeres Kleid, ich hatte es großzügig verlängert, aber man kann nach dem Schnitt auch eine Bluse nähen. Eigentlich hatte ich das vor, aber dann entdeckte ich bei Karstadt, kurz vor der Schließung, einen Stoff, nicht ganz meine Farbe, aber eine tolle Qualität und ein schöner Fall. Ich konnte aber nur den Rest kaufen, abschneiden wollten sie nichts mehr. Bei einer Bluse wäre sehr viel übrig geblieben, das wäre schade drum und so beschloss ich, ein weiteres langes Kleid zu nähen. 



Der Schnitt ist wieder Käte von Prülla, ich mag die tiefen Kellerfalten vorne und hinten, sie sehen schick aus und machen das Kleid bequem. Zugeschnitten habe ich es erst kurz vor dem Nähcamp im Februar und anschließend auch eingepackt um es dort zu nähen. Das nähen ist wirklich schnell gemacht, ich war wieder erstaunt. Aber was wirklich aufwändig ist und dauert ist das abstecken des Saums. Zum Glück hatte ich eine Freundin dabei, die sich viel Zeit und Mühe damit gemacht hat, dass es gerade wird, während ich alles dagegen getan habe. Ich hasse stillstehen und es fällt mir unheimlich schwer, sie hat das trotzdem super hinbekommen.


Der Stoff ist für das Kleid genau so passend, wie ich mir das vorgestellt hatte. Genau richtig schwer, kein bisschen durchsichtig und sogar angenehm zu nähen. Schon beim Nähen hatte ich den Plan, es Anfang März zu einem 160. Geburtstag zu tragen (Zwillinge wurden 80). Gerne hätte ich eine farbenfrohe längere Kette dazu getragen, leider fand ich nicht wirklich das richtige, aber diese ging auch. Da es doch recht frisch war, hatte ich noch ein Jäckchen darüber gezogen,  das passte auch ganz gut. Wurde aber doch schnell wieder ausgezogen, im Saal war es warm.


Die Feier war sehr schön und das Kleid trägt sich toll. Um aus dem Schnitt eine Bluse zu machen habe ich übrigens noch einen anderen Stoff gefunden. Auch diese ist fertig geworden, der Schnitt funktioniert auch als Bluse gut, aber das zeige ich euch ein anderes mal. 


Schnitt: Käte von Prülla
Stoff: Karstadt
Verlinkt: Me Made Mittwoch



Mittwoch, 5. Juli 2023

Ganz anders

Ich trage eigentlich immer Jeans mit T-Shirt oder Hoodie, je nach Jahreszeit. Dabei liebe ich auch lange Röcke oder Kleider. Die sind bei meiner Größe allerdings schwer zu bekommen, besonders da ich mit lang wirklich lang meine. Außerdem hat man mir öfter gesagt Hosen würden mir besser stehen. Eigentlich doof, besonders das es mir so im Kopf geblieben ist. Aber irgendwie ist mir das immer mehr egal und gerade dieses Jahr war mir nach was anderem. 


Zunächst habe ich einen meiner langen Röcke rausgeholt und mir ein T-Shirt dazu gekürzt. Ich finde bei Röcken müssen die T-Shirts kürzer sein, als ich sie gerne bei Jeans habe. Damit habe ich mich wohlgefühlt und beschlossen ich sollte ein paar kürzere T-Shirts nähen, um öfter mal Röcke zu tragen. Was ich aber wirklich wollte war ein langes Kleid, das einzige lange Kleid was ich jemals hatte war mein Hochzeitskleid, es wurde also Zeit. Beim letzten Nähcamp hatte sich jemand eine Käte Bluse genäht und irgendwie gefiel sie mir, schlicht, aber doch interessant. Der Schnitt beinhaltet auch ein Kleid und so habe ich ihn gekauft. 


Den Stoff habe ich bei Karstadt gefunden, ich suchte etwas günstiges, zum ausprobieren und dieser gefiel mir auch noch. Nach dem Waschen hatte er einen leichten Crinclelook, erst habe ich überlegt ihn zu bügeln, aber eigentlich gefiel er mir so besser. Das Kleid ist eigentlich knielang, ich habe also erstmal großzügig verlängert und zugeschnitten. Der Schnitt ist wirklich simpel, ein Vorderteil und ein Rückteil, beides mit großzügiger Kellerfalte und dann noch die Ärmel. Taschen hat es auch, so brauchte ich nicht selber basteln. Es war wirklich schnell genäht und ich hatte ausreichend verlängert, das Kleid lag unten auf dem Boden. Den schwierigsten Teil hat meine Freundin übernommen, während ich möglichst still dastand (nicht meine grösste Stärke), hat sie alles abgesteckt.


Inzwischen wurde das Kleid auch schon getragen, ich liebe die Länge und fühle mich wohl damit. Ich werde den Schnitt bestimmt noch öfter nähen, vielleicht auch knielang oder als Bluse. Ich glaube die Ärmel würde ich beim nächsten mal kürzen, vielleicht mache ich es hier auch noch. Die sind mir etwas zu lang. 

Schnitt: Käte von Prülla
Stoff: Karstadt
Gehört: „Pheromon“ von Rainer Wekwerth & Thariot
Verlinkt: Me Made Mittwoch

Dienstag, 23. Februar 2021

Geschenke

Letzte Woche habe ich euch gezeigt, was ich für den Sohn meiner Freundin genäht habe. Der junge Mann hat eine zweijährige Schwester, sie sollte auch nicht leer ausgehen und darum sind auch für sie ein paar Dinge entstanden. 


Wie auch ihr Bruder hat sie eine Mütze bekommen, hier habe ich den letzten Rest Hafenkitzjersey verwendet. Leider hatte ich kein farblich passendes Bündchen, aber der blaue Jersey passte auch ganz gut. Dazu gab es noch eine Halssocke, gefüttert ist sie mit Alpenfleece, so dass es am Hals schön kuschelig ist.


Besonders toll finde ich dieses Kleidchen, Regenbögen liebe ich ja sowieso, aber ich finde auch den leicht asymmetrische Schnitt richtig schön. Der lila Kombistoff ist in Wahrheit heller und leuchtender und passt gut zu den Regenbögen. Man hat mir berichtet, dass Kleid wurde begeistert aufgenommen und sie hat gleich versucht es anzuziehen. 


Und zum Schluss gab es noch ein Laster-Taschen-Kissen. Oben im „Erdhügel“ ist ein Reißverschluss und man kann kleine Sachen dort verstecken. Den Schnitt habe ich schon ewig liegen, nun habe ich ihn endlich mal genäht. Vielleicht kann sie das Kissen an ihren Bruder weitergeben, wenn es nicht mehr interessant ist. 

Schnitt: Mavibris Mütze, Halssocke von Olilu, Kleid Amalya von Mialuna, Kipper-Tasche Karl von Shesmile
Stoff: Fundus
Gehört: „Im Schatten unsererWünsche“ von Jeffrey Archer



Mittwoch, 7. August 2019

Tragbar?

Bei dem heutigen Kleid habe ich lange überlegt ob ich es euch zeige, oder klammheimlich unterm Tisch verschwinden lasse. Aber wie ihr seht, ich traue mich, aber fangen wir vorne an. Ich leihe gern Nähbücher in der Bücherei aus, häufig einfach zum gucken, manchmal zum ausprobieren. Im Frühjahr blätterte ich durch „Wohlfühlmode aus Jersey“. Das Buch war nicht so meins, die ganze Aufmachung gefiel mir nicht und auch die Schnitte sprachen mich nicht an. Bis auf einen, das Knotenkleid faszinierte mich, auch wenn es bei mir nicht unter Wohlfühlmode laufen würde.


Ich beschloss spontan es einfach mal auszuprobieren. Bisher hatte ich mit Schnittmustern aus Büchern weniger Glück, meistens waren sie deutlich zu klein, trotz ausmessen. Weil die Anleitung auch einige Fragen aufwarf und der Stoffverbrauch für ein Kleid etwas höher ist, wollte ich ungern einen „guten“ Stoff nehmen. Im Fundus war noch ein großes Stück Jersey, sehr flutschig und irgendwie glänzend, keine Ahnung woher oder was ich damit soll. Aber so findet er zumindest eine Verwendung. Nicht lange nachgedacht und zugeschnitten.


Das Nähen war keine Freude, der Stoff wehrte sich beim Nähen und die Anleitung warf einige Fragen auf. Am Ende habe ich einfach irgendwie gemacht, wie es mir sinnvoll erschien. Zwischendurch dachte ich, dass wird niemals was tragbares, aber einfach erstmal fertig werden. Schlussendlich war ich doch positiv überrascht, der Knoten gefällt mir und der Sitz ist gar nicht so schlecht, abgesehen davon dass der Stoff alles betont. Die Säume und auch die Ecken am Halsausschnitt sollte man sich lieber nicht genauer anschauen und auch die Armlänge ist nicht optimal. Aber den Schnitt an sich kann ich mir vorstellen noch einmal zu nähen. Nun muss ich nur noch überlegen was ich mit diesem Kleid mache, entweder im Sommer drinnen tragen oder ich nehme es einfach als Nachthemd.


Schnitt: aus dem Buch „Wohlfühlmode aus Jersey“
Stoff: Fundus
Verlinkt: Me made Mittwoch

Dienstag, 19. März 2019

Drehkleid

Anfang März waren wir zum 75. Geburtstag eingeladen. Ich hatte mir bei einer meiner Februar Shoppingtouren ein Kleid gekauft, dass ich gerne tragen wollte. Und damit hatte ich das Thema irgendwie abgehakt. In der Woche davor fragte mein Sohn ob er seine „John-Lennon-Weste“ zum Geburtstag tragen darf und da dämmerte es mir, dass ich vielleicht auch mal den Kleiderschrank meiner Tochter checken sollte.
(Er durfte seine Weste übrigens tragen, ohne Schlaghose, und sah sehr schick aus. Auch wenn der ein oder andere Gast ihn für ein Mädchen hielt.)


Wie ihr euch vermutlich schon denken könnt, gab der Schrank meiner Tochter nichts passendes her. Das die Kinder auch immer so schnell wachsen müssen.
Selbstgenähtes trägt sie nur ungern, also zog ich durch die Läden auf der Suche nach einem Kleid. Aber weder in den gängigen Ketten noch im Second Hand Laden wurde ich fündig, also fand ich mich im Stoffladen wieder. Die Auswahl war nicht sehr groß und etwas das gleichzeitig mir und meiner Tochter gefiel war kaum zu bekommen. Am Ende habe ich mich für dieses interessante graphische Muster entschieden und mit ihrer bevorzugten Farbe kombiniert.


Den Schnitt habe ich dort auch gekauft, dass sparte mir das Kleben, denn langsam wurde die Zeit knapp. Schöne Kinderschnitte gab es nicht und so habe ich einfach den Damenschnitt Mellie von Pattydoo genommen. Mit einem Drehkleid hoffte ich bei meiner Tochter zu punkten, wenn der Stoff schon nicht ganz der richtige war.


Genäht habe ich Größe 32, weil es extrem schmal aussah, habe ich die Seitennähte erstmal nur geheftet, aber es passte wunderbar. Das Kind ist einfach zu dünn, aber der Schnitt ist optimal für sie.
Wir haben den Geburtstag gleich genutzt und Fotos gemacht. Im Restaurant war es recht dunkel, aber wir haben die hellste Ecke für die Bilder ausgesucht. Meine Tochter hatte Spaß beim Drehen und sah wunderschön aus in ihrem Kleid.


Die Feier war sehr schön und wir hatten alle einen tollen Tag. Ich hoffe dass es noch weitere Möglichkeiten gibt das Kleid zu tragen, aber ich fürchte das kostet mich Überzeugungsarbeit. Dabei ist es doch wirklich schlicht und bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Obwohl meine Tochter es schön fand und an dem Tag auch gerne getragen hat, ist sie nicht willig. Da sie mir keinen Grund nennt, ist es schwierig sie zu überzeugen. Ich warte einfach mal ab und schlage es ab und an vor.


Schnitt und Stoff habe ich selber entdeckt und gekauft, da ich euch aber die Namen nenne, ist dieser Post Werbung.
Schnitt: Mellie von Pattydoo
Stoff: Stoffladen vor Ort
Gehört: „Drachenglut“ von Jonathan Stroud
Verlinkt: Creadienstag, DvD