Dienstag, 9. Juni 2026

Gewittertasche



Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich für meine Tochter eine Tasche für die Schule genäht. Genau nach ihren Wünschen, was Größe, Verschluss,… angeht. Sie war auch sehr glücklich damit, hat sie aber nur kurz genutzt, als sie bemerkte, sie braucht doch eine größere und ein Verschluss wäre auch nicht schlecht. Innerlich verdrehte ich die Augen, nicht dass ich es nicht schon vorgeschlagen hätte, aber ich blieb entspannt und ging wieder in die Planung. 




Kunstleder hatte ich nicht mehr genug, aber großzügigerweise durfte ich auch Jeans verwenden. Ich hatte Glück und meiner Tochter gefiel der, mit dem glitzernden Blitzmuster, der hier seit Jahren liegt. Da hatte ich mal für kleines Geld einen großen Coupon gekauft und bisher nur eine Crossbodybag daraus genäht. Auch dieses Mal entschied ich mich für einen Farbenmixschnitt, die Ruckzucktasche. Weil sie groß genug ist und recht schlicht. 



Gurtband und Reißverschluss wünschte meine Tochter in blau, das musste ich einkaufen, aber dann konnte ich auch mit dem nähen beginnen. Als Futter nahm ich wieder den gestreiften, weißen Stoff, vom letzten Mal. Innen gab es eine kleine Innentasche und außen ist auf einer Seite auch eine aufgesetzte Tasche. Ansonsten ist der Name Programm, sie ist wirklich zügig genäht.



Groß genug ist die Tasche auf jeden Fall auch, inzwischen ist sie täglich im Einsatz und meine Tochter ist zufrieden, das freut mich natürlich. Die vorherige Tasche wird natürlich auch noch genutzt, nur nicht mehr zur Schule. Und ich kann bei Antetannis Bingo das Feld „Ich bleib entspannt“ ankreuzen und damit das erste Mal Bingo rufen.




Schnitt: Ruckzuck Tasche von Farbenmix
Stoff: Karstadt (außen), Geschenk (innen)
Gehört: „Lieben“ von Emilia Roig

 

Sonntag, 31. Mai 2026

Mein Mai


Was für ein Monat, ich bin überfordert mit meinem Rückblick. Normalerweise mache ich im laufe des Monats 20-30 Fotos und suche dann für die Collage die schönsten aus. Diesen Monat hatte ich über 350 Fotos und die meisten davon sehenswert. Darum habe ich diesen Monat auch schon in mehreren Spaziergängen zusammengefasst. Am Zwölften habe ich euch schon mitgenommen in den Spreewald und dann war ich noch im Park Sanssouci, auf dem Teufelsberg und in der Hamburger Hafencity unterwegs.



Aber das war noch nicht alles. Anfang des Monats war ich zum Stoffmarkt in Bremen. Und kurz darauf wollte ich mit meinem Sohn einen Anzug kaufen. Er wusste sehr genau wo er suchen wollte und da er ungern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, waren wir kreuz und quer zu Fuß in Hamburg unterwegs. Hauptsächlich in der Schanze und in Altona und dann weiter Richtung Hafen. Dabei waren wir auf zwei Flohmärkten in acht Läden und zum Schluss auch noch auf dem Hafengeburtstag. In Laden sieben wurde er fündig, in den Achten musste er trotzdem noch. Es war anstrengend aber irgendwie auch ein toller Tag, auf dem Foto seht ihr die Fischauktionshalle.



Eine Woche von Montag bis Donnerstag war ich mit meinem Sohn in Potsdam, neben dem schon genannten, haben wir uns natürlich auch Potsdam angesehen. Schöne Stadt, mit vielen beeindruckenden Gebäuden, mein Sohn fand den Katjes Werksverkauf super. Was uns gewundert hat, wie leer es war, auf den Straßen. Wir haben unsere Tage also voll ausgenutzt und sehr genossen. 



Gelesen wurde zwischen all dem natürlich auch. „Tobie Lolness“ war mal ein anderes Fantasybuch, ich bin gespannt auf den zweiten Teil. „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ ist eine Familiengeschichte zwischen Deutschland und der Türkei. Ein Buch was nicht leicht zu ertragen ist, aber trotzdem sehr lesenswert ist „Der Schrecken verliert sich vor Ort“.

An „When Women Were Dragons“ hat mich sehr viel gestört, aber die Grundidee war so gut, dass es mich doch nachhaltig beeindruckt hat. Begeistert hat mich „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“. Ich mag Mascha Kaléko und finde es wunderbar wie hier eine erschreckende Lebensgeschichte an sie gerichtet ist.  

„Das Geheimnis des Mädchens“ ist eine Mischung aus Familiengeschichte und Krimi und zieht sich über 70 Jahre. Etwas schwierig da über die vielen Zeitsprünge den Überblick zu behalten, aber spannend. „Der kretische Gast“ spielt nur in zwei Zeitebenen, in den 40er und 70er Jahren. Eine interessante Geschichte, mit wunderschönen Worten erzählt, hat mich sehr angesprochen.

Auch aus der Geschichte von „Die unendliche Reise der Aubry Tourvel“ hätte man mehr machen können, aber auch hier hat mich die Grundidee stark fasziniert. 

Viele interessante Begegnungen und schöne Landschaften gibt es in „Deutschlandtour“. Ein sehr guter Krimi hat es nicht auf das Foto geschafft, „Der Junge, der Rache schwor“ von Trude Teige.


Dazu kamen zwölf Hörbücher. In „Februar 33“ geht es hauptsächlich um Schriftsteller in Deutschland 1933, ganz kurz bevor Hitler an die Macht kam und trotzdem schon so erschreckend. Anschließend passte „Brennendes Licht“ gut, über das Exil von Anna Seghers.

Manchmal wage ich mich einen Klassiker und meist reicht das dann erstmal wieder, aber „Wer die Nachtigall stört…“ hat mir sehr gut gefallen. Und zum Abschluss mit „Mama, bitte lern Deutsch“ noch ein aktuelles Buch, erschreckend wie viel Rassismus Menschen ertragen müssen. 


Und damit geht ein wunderbarer Monat zu Ende. Eigentlich wäre ich morgen schon wieder auf Reisen gegangen, aber das fällt leider aus. Mal schauen, was der Juni sonst noch bringt. Auf jeden Fall geht es hier Richtung Sommerferien und es wird noch die ein oder andere Abschlussfeier geben. Aber nun verlinke ich erstmal bei Birgitts Monatscollagen.

Freitag, 29. Mai 2026

Teufelsberg

Eine Fotoflut habe ich noch für euch, ich habe Dutzende gemacht, aber keine Angst, hier sind nur ein paar Ausgewählte. An Himmelfahrt mussten wir von Potsdam wieder zurück nach Hamburg fahren, aber um den Kurztrip noch etwas zu verlängern suchten wir ein interessantes Ziel auf dem Rückweg. Erst waren wir recht planlos, aber dann fiel mir ein, dass ich seit Jahren zum Teufelsberg will und glücklicherweise liegt er im Westen von Berlin und somit halbwegs auf unserer Route. Auf geht’s. 



Da erst um 11 Uhr geöffnet wird, parken wir schon auf dem ersten Parkplatz und laufen Richtung Teufelsberg. Man könnte einfach unten den Weg lang laufen, aber mein Sohn besteht auf einen Umweg über den Drachenberg. Von hier aus hat man den ersten schönen Blick über Berlin und auf unser Ziel.



Der Teufelsberg entstand nach dem zweiten Weltkrieg und besteht größtenteils aus Trümmern.



Ende der 50er Jahre haben die USA eine Abhörstation darauf gebaut, die auch die nächsten Jahrzehnte genutzt wurde. 



Heute ist es ein riesiger Lost Place, mit verschiedenen Ausstellungen, unter anderem über den Krieg oder die Besatzungszeit. 



Und, zu meiner großen Begeisterung, eine riesige Streetart Gallery. Nicht nur außen, auch innen stehen überall Wände und alles ist voller genialer Bilder.















Ein Stockwerk voller Graffiti nach dem anderen und irgendwann steht man auf dem Dach, neben diesen beeindruckenden Kuppeln und hat auch noch einen schönen Blick. 







Es gibt auch einige Autos und einen Panzer aus der Besatzungszeit, in die man sich sogar hineinsetzen kann.






Wir umrunden den Gebäudekomplex, um auch wirklich alles zu sehen, während es mal wieder immer finsterer wird. 





Wir haben gerade alles gesehen, als der Regen startet und zwar ordentlich. Wir stellen uns noch etwas unter, werden dann aber doch auf dem Weg zum Auto klatschnass. 



Aber da stört es mich auch nicht mehr, ich fahre sehr glücklich nach Hause. Der Teufelsberg ist genau meins, ich bin völlig geflasht und froh diesen Umweg gemacht zu haben. Würde ich in Berlin wohnen, hätte ich bestimmt eine Jahreskarte. 



Auch diesen, kurzen, aber vollen Rundgang verlinke ich bei Heikes Monatsspaziergängen. Und weil dieser Ausflug 100 Prozent meins war, kreuze ich genau das bei Antetannis Bingo an.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Park Sanssouci

Ich war im Mai so viel zu Fuß unterwegs, ich habe spontan beschlossen ich mache da noch ein, zwei Monatsspaziergänge für euch (und für mich) draus. 



Am 13. Mai war ich mit meinem Sohn in Potsdam unterwegs. Das war die kalte Woche mit Schauern, aber das hat uns nicht davon abgehalten die Tage zu genießen. Gestartet sind wir an der Friedenskirche, total schön, besonders mit dem See davor. 



Dort am Eingang steht dieses lesende Mädchen, hat mich total angesprochen, aber ich habe keine weiteren Informationen dazu gefunden. 



Während wir weitergehen können wir schon einen ersten Blick auf das Schloss Sanssouci werfen. 



Aber uns zieht es zunächst zum chinesischen Gartenpavillon, sehr prunkvoll, auch von innen. Weiter geht’s vorbei an dem römischen Bädern, aber die sind geschlossen.



Das Schloss Charlottenhof sehen wir uns erst nur von außen an, kurz vor Feierabend werden wir noch mal herlaufen und es uns auch von innen ansehen. Besonders das Zeltzimmer hat mir gut gefallen.



Auf dem Weg zum neuen Palais wird es immer finsterer, kurz bevor wir den Eingang finden öffnen sich die Schleusen und wir bekommen noch eine Portion ab, bevor wir drin sind.



Eigentlich wollte ich mir das neue Palais diesmal nicht von innen ansehen, aber der Regen ändert dieses Vorhaben. Ich habe es 1990 schon gesehen, aber das ist so lange her, wirklich erinnern kann ich mich nicht und mein Sohn ist beeindruckt. 



Wieder draußen scheint die Sonne. Direkt gegenüber ist die Kolonnade mit dem Triumphtor.



Etwas schlecht ausgeschildert, suchen wir uns den Weg auf den Klausberg und schauen uns das Belvedere an und genießen die Aussicht.



Bevor wir weiterziehen zum Drachenhaus. Ich mag Drachen, sehr dekorativ. Heute ist es ein Café.



Auch das Orangerieschloss ist wegen Renovierung geschlossen, dabei sieht es sehr interessant aus durch die Fenster  



Auf dem Weg liegt auch die alte Mühle, weil unsere Eintrittskarten auch dafür gelten, gehen wir hinein. Ohne große Erwartungen, aber wir sind richtig begeistert, sehr liebevoll hergerichtet, mit einer schönen Ausstellung. Die Mühle ist aber auch noch in Betrieb und man kann Brot und sehr leckere Mohnstangen kaufen, außerdem hat man oben von der Plattform einen sehr schönen Blick.



Und weil der Himmel schon wieder so dunkel wird, sind wir froh, dass wir die Schlossküche von Sanssouci besichtigen können. Was für ein Ofen.



Sanssouci habe ich noch nicht von innen gesehen und auch heute wird es nichts. Wir hätten gleich morgens eine Uhrzeit wählen müssen und ich konnte einfach nicht einschätzen, wie lange wir für alles andere brauchen und hatte auch keine Lust zu hetzen. Mit dem neuen Palais und dem Schloss Charlottenhof haben wir auch genug Schlösser für einen Tag.



Und so werfen wir noch einen Blick auf Sanssouci und machen uns wieder auf den Weg zur Jugendherberge, der Tag war definitiv lang genug und mit mehr als 22.000 Schritte sind wir nun platt.



Für diese wunderschönen Gärten kreuze ich mir bei Antetannis Bingo „Gartenglück oder draußen“ an, passt beides wunderbar. 

Dienstag, 26. Mai 2026

Kekse


Im Dezember beim Plätzchen backen ist mir aufgefallen, dass mein Beutel für die Ausstechformen sich langsam auflöst. Es war nur ein einfacher Müllbeutel und natürlich hätte ich einfach einen neuen nehmen können, aber das fand ich nicht schön. 



Also habe ich gleich einen schlichten Beutel zugeschnitten und zu meinem Stapel für das Nähcamp gelegt. Der Stoff ist ein Rest von der Raupe Nimmersatt Bettwäsche meiner Kinder. Den Teil mit den Raupen hatte ich schon anderweitig verwendet. 



Der Beutel war schnell genäht, mit französischen Nähten, damit es innen halbwegs ordentlich ausschaut und oben einfach einen Tunnel dran. Die Größe habe ich einfach Pi mal Daumen bestimmt, indem ich die Förmchen auf den Stoff gelegt habe. Passt, wie man sieht sehr gut. Und dieser Beutel hält nun auch etwas länger als der Müllsack. 



Als die Kinder noch kleiner waren, fanden sie es doof nur im Dezember Kekse zu backen, aber die Weihnachtsrezepte wollte ich den Rest des Jahres nicht nutzen. Darum gab es hier ein Rezept für den Rest des Jahres, Zitronenplätzchen. Falls jemand da Lust drauf hat, kommt hier das Rezept, allerdings ohne Foto. Momentan hat kein Kind Lust auf Ausstechplätzchen.

150 g Mehl
1 TL Backpulver 
100 g Maismehl
100 g Butter
80 g Zucker
2 Eigelb
abgeriebene Schale von 2 Zitronen

Für den Guss 175 g Puderzucker und 2 EL Zitronensaft

Butter schmelzen und mit den anderen Zutaten zu einem Teig verkneten. Eine Stunde zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. Ausrollen, ausstechen, auf ein Backblech legen und bei 180 Grad Celsius Umluft circa 15 Minuten backen. Anschließend aus Puderzucker und Zitronensaft einen Guss zusammenrühren und auf die abgekühlten Plätzchen pinseln..




Bei Antetannis Bingo würde „Plastik? Nein danke“ gut passen, aber ich habe lieber „Teiggeschichten“ angekreuzt.


Schnitt: ohne
Stoff: ausgediente Bettwäsche